Rückblick Anlagen 2. Quartal 2022

Entwicklung Vermögensanlagen

Das zweite Quartal 2022 war vor allem an den Aktienmärkten noch schlechter als das erste. Damit werden die ersten sechs Monate 2022 für den amerikanischen Aktienmarkt unrühmlich als das schwächste Börsenhalbjahr seit 1970 in die Geschichte eingehen. 

Das Umfeld an den Finanzmärkten blieb insgesamt sehr herausfordernd. Die Unsicherheit ist einerseits aufgrund der hohen Inflationsraten und Zinserhöhungen durch die Zentralbanken und andererseits geopolitischer Spannungen hoch. Das dominierende Thema an den Finanzmärkten ist das schwelende Stagflationsrisiko respektive die Angst vor einer Rezession. Die Zentralbanken haben die Risiken der heisslaufenden Inflation erkannt und je nach Region bereits Massnahmen ergriffen, während andere sich erst noch für den Kampf zu rüsten scheinen. Die US-Notenbank Fed ging im Kampf für ein tieferes Preisniveau entschlossen vor und erhöhte den Leitzins im Juni gar um 0.75 Prozentpunkte. Die EZB verhält sich noch zögerlich und hat bisher noch nicht an der Zinsschraube gedreht. Dies im Gegensatz zur SNB, welche im Juni die Zinsen überraschend um 0.50 Prozentpunkte anhob. Die Erwartung der Marktteilnehmer war, dass die SNB erneut der EZB den Vortritt für geldpolitische Schritte gewährt. 

Aktienmärkte

Die Aktienmärkte haben sich auch im zweiten Quartal deutlich negativ entwickelt. Bis Ende Mai hielten sich die Verluste noch einigermassen in Grenzen. Ab Juni setzte ein regelrechter Ausverkauf auf breiter Front ein. Besonders ausgeprägt war die Korrektur im US-Markt. Amerikanische Aktien (S&P500) schlossen das zweite Quartal mit einem Minus von 15.2% (in USD) und der europäische Markt (MSCI Europa ex. CH) verlor 9.1% (in EUR). In ähnlichem Ausmass hat auch unser Heimmarkt (SPI) verloren (-10.5%). 

Auch unser Heimmarkt (SPI) hat 10.5% verloren.

Die Schwellenländer-Aktien insgesamt (MSCI EMMA) korrigierten mit einem Minus von 12.1% ebenso deutlich. Weil das Umfeld auch für die kommende Zeit unsicher bleiben dürfte, muss weiterhin mit hohen Schwankungsbreiten gerechnet werden – insbesondere in Anbetracht von nach wie vor hohen eingepreisten Gewinnerwartungen. 

Zinsen

Die Zinsen sind auch im zweiten Quartal weiter deutlich angestiegen. Die Renditen der 10-jährigen US-Treasuries stiegen von anfangs April bis Mitte Juni um über 1% an und erreichten zwischenzeitlich eine Verfallsrendite von fast 3.5%; per Quartalsende notierten sie bei 3.0%. Ähnlich deutlich stiegen die Zinsen in der Schweiz. Ausgehend von knapp 0.6% zu Quartalsbeginn stiegen die Renditen der 10-jährigen Eidgenossen auf knapp 1.4% und schossen per Ende Juni bei 0.97%. Die Rückgänge gegen das Quartalsende waren auf Wachstumssorgen und die damit einhergehende Flucht in Sicherheit zu-rückzuführen. 

Währungen

Der USD wurde zum EUR und zum CHF von Anfangs April bis Mitte Juni deutlich stärker. Der USD stieg zum CHF von 0.92 auf Parität (1.00). Der überraschende Zinserhöhungsschritt der SNB liess dann ab Mitte Juni den CHF gegenüber den wichtigsten Währungen wiederum erstarken. Der EUR|CHF Wechselkurs unterschritt am 29. Juni sogar die Parität (0.997). 

 

Weitere Themen