Informationen zur Stiftungsstrategie der Previs Vorsorge und zur Absenkung des Umwandlungssatzes

Der Stiftungsrat der Previs hat im Rahmen der Strategieprüfung die Leitlinien für den Umgang mit den Herausforderungen in der beruflichen Vorsorge festgelegt. Hier finden Sie die wesentlichen Entscheidungen, die Reglemente und Antworten auf mögliche Fragen. Gibt es noch offene Punkte? Wir sind gerne für Sie da.

 

 

Informationsbroschüre

Informationsbroschüre 2017

 

 

Glossar

BVG-Mindestzinssatz

Die Altersguthaben werden nach den Bestimmungen des BVG mit dem Mindestzinssatz von 1.25% (Stand 2016) verzinst. Eine allfällige Anpassung dieses Zinssatzes obliegt dem Bundesrat und wird jährlich überprüft. Die Previs kann die Verzinsung der Altersguthaben im obligatorischen Bereich auch höher festsetzen; im überobligatorischen Bereich gelten keine gesetzlichen Vorgaben (vgl. Obligatorium und Überobligatorium).

Deckungsgrad

Der Deckungsgrad bezeichnet das Verhältnis zwischen dem vorhandenen Vermögen der Pensionskasse und dem für die Finanzierung der Leistungen benötigten Deckungskapital.

Obligatorium und Überobligatorium

Über die durch das BVG geforderten Mindestleistungen (Obligatorium) hinaus kann eine Pensionskasse zusätzliche Leistungen vorsehen – das sog. Überobligatorium. Im überobligatorischen Bereich kann die Pensionskasse die Verzinsung der Altersguthaben sowie den Umwandlungssatz frei festsetzen. Das Obligatorium gilt für Löhne zwischen CHF 21‘150 und 84‘600 (Stand 2016). Die Previs als umhüllende Pensionskasse wendet für beide Bereiche eine einheitliche Verzinsung sowie einen einheitlichen Umwandlungssatz an.

Technischer Zinssatz

Der technische Zinssatz entspricht der in Zukunft erwarteten Anlageerträge. Die Pensionskasse muss sich die Frage stellen, wie hoch das Kapital für die lebenslangen Rentenzahlungen verzinst werden kann. Der technische Zinssatz beeinflusst den Umwandlungssatz, d.h. eine Reduktion des technischen Zinssatzes erfordert eine Senkung des Umwandlungssatzes, damit keine Pensionierungsverluste entstehen.

Umwandlungssatz

Beim Umwandlungssatz handelt es sich um den reglementarischen Prozentsatz zur Berechnung der jährlichen Rente aufgrund des vorhandenen Altersguthabens. Der Mindestumwandlungssatz wird vom Bundesrat festgelegt und gilt nur für den obligatorischen Bereich. Bei einem Kapital von beispielsweise CHF 100‘000.00 und einem Umwandlungssatz von 5.5% beträgt die jährliche Rente CHF 5‘500.00.

Vorsorgekommission

Die Vorsorgekommission wird durch den Arbeitgeber und die Arbeitnehmer eines Vorsorgewerks paritätisch bestimmt und zusammengesetzt. Die Vorsorgekommission trägt die Verantwortung für die Information der Versicherten ihres Vorsorgewerks. Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten delegiert der Stiftungsrat gewisse Antrags- oder Entscheidungskompetenzen an die Vorsorgekommissionen. Diese Kompetenzen sind im Organisationsreglement (www.previs.ch/reglemente) festgelegt.

Vorsorgewerk

Ein Arbeitgeber einer bestimmten Grösse kann sich für ein eigenes Vorsorgewerk entscheiden. Mehrere Arbeitgeber können sich zu einem eigenen Vorsorgewerk zusammenschliessen. Jedes Vorsorgewerk verfügt über eine eigenständige Jahresrechnung und eine eigene versicherungstechnische Bilanz. Dadurch wird sichergestellt, dass keine Finanzflüsse über die Grenzen der Vorsorgewerke erfolgen.

 

Fagen und Anworten

Umwandlungssatz

Wie hoch ist die Umwandlungssatz-Senkung ab 1.1.2018?

Der Umwandlungssatz wird ab 1.1.2018 schrittweise von 6.0% auf 5.5% (2022) abgesenkt. Die Reduktion beträgt 0.1 Pro-zentpunkte pro Jahr.

Weshalb senkt die Previs den technischen Zins von heute 2.75% bis im Jahr 2020 auf das Niveau von 2.25%?

Das schwierige und instabile Anlageumfeld mit den reduzierten Ertragsaussichten – verbunden mit den tiefen bzw. negativen Zinsniveaus – zwingt die Pensionskassen, den technischen Zins zu reduzieren.

Gemäss Gesetz gilt ein Umwandlungssatz von 6.8%. Weshalb darf die Previs den Umwandlungssatz auf 5.5% absenken?

Der gesetzliche Umwandlungssatz von 6.8% gilt für den obligatorischen Teil des BVG (Löhne zwischen CHF 21‘150 und 84‘600, Stand 2016). Für das sog. Überobligatorium kann die Pensionskasse den Umwandlungssatz frei festlegen. Die Previs als umhüllende Pensionskasse wendet für beide Teile einen einheitlichen Umwandlungssatz an. Dieser beträgt ab 2022 5.5%. In jedem Fall sind die gesetzlichen Mindestleistungen gewährleistet.

Welchen Umwandlungssatz wenden andere Pensionskassen an?

Die Themen steigende Lebenserwartung und tiefe Erträge auf dem Vermögen beschäftigen die Stiftungsräte aller Pensionskassen. Entsprechend haben verschiedene Pensionskassen den UWS gesenkt oder werden dies in nächster Zeit tun.

Bietet die Previs Abfederungsmassnahmen zur Kompensation der Leistungseinbusse an?

Nein, als privatrechtliche Pensionskasse verfügt die Previs über keinen Fonds, um die Leistungseinbussen mit Kompensationsmassnahmen abzufedern. Es bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verbesserung der Altersleistung:

- der Versicherte nimmt Einkäufe vor

- der Arbeitgeber kompensiert Leistungseinbussen mit einer Einlage oder einem besseren Sparplan

Ich werde vor dem oder per 31.12.2017 pensioniert. Bin ich von der Umwandlungssatz-Senkung betroffen?

Nein. Die Absenkung beginnt bei Pensionierungen nach dem 1.1.2018.

Ich beziehe bereits eine Altersrente bei der Previs. Ist diese Rente von der Umwand-lungssatz-Senkung betroffen?

Nein. Die laufenden Renten sind garantiert und von dieser Absenkung nicht betroffen.

Um welchen Faktor wird der Umwandlungssatz bei vorzeitiger Pensionierung gekürzt?

- Vor 1.1.2018 um 0.16 Prozentpunkte pro Jahr der vorzeitigen Pensionierung.

- Ab 1.1.2018 um 0.14 Prozentpunkte pro Jahr der vorzeitigen Pensionierung.

Ich gehe im Jahr 2017 vorzeitig in Pension. Bin ich von der Umwandlungssatz-Senkung ab 1.1.2018 betroffen?

Nein. Bei vorzeitiger Pensionierung vor 1.1.2018 wird der Umwandlungssatz auf der heutigen Basis – d.h. 6.0% umhüllend für Männer und Frauen, Alter 65 – entsprechend um 0.16 Prozentpunkte pro Jahr gekürzt (Vorsorge-Reglement - Anhang 1).

Ich gehe im Zeitraum 2018 bis 2022 frühzeitig in Pension. Bin ich von der Umwandlungssatz-Senkung ab 1.1.2018 betroffen?

Ja. Bei vorzeitiger Pensionierung nach dem 1.1.2018 kommt als Basis derjenige Umwandlungssatz zur Anwendung, der gemäss Jahrgang im entsprechenden Jahr der ordentlichen Pensionierung (Alter 65 für Mann und Frau) zur Anwendung gekommen wäre – 2018 = 5.9%, 2019 = 5.8%, 2020 = 5.7%, 2021 = 5.6%, 2022 = 5.5% – abzüglich die durch die vorzeitige Pensionierung ausgelöste Kürzung. Details können Sie dem Anhang 1 zum Vorsorgereglement entnehmen.

Ich habe den Jahrgang zwischen 1948 und 1951 (über 65). Bin ich von der Umwand-lungssatz-Senkung betroffen?

Wenn Sie sich nach dem 1.1.2018 pensionieren lassen, kommt ein reduzierter Umwandlungssatz zur Anwendung. Details können Sie dem Anhang 1 zum Vorsorgereglement entnehmen.

Unterschiede in der Altersrente bei den Ver-sicherungsausweisen 2016 und 2017: Welche Faktoren beeinflussen die Altersrente?

Einerseits die Absenkung des Umwandlungssatzes ab 1.1.2018, Lohnäderungen und Anpassungen beim Beschäftigungsrad. Zudem beeinflusst ein veränderter Projektionszins die Hochrechnung des Alterskapitals und damit auch die Altersrente.

Einkäufe

Welche Vorteile ergeben sich, wenn ich einen Einkauf in das BVG vornehme?

Höhere Leistungen: Die Rente oder das Kapital aus der Pen-sionskasse bemisst sich in der Regel nach dem einbezahlten Kapital (Sparbeiträge Arbeitgeber und Arbeitnehmer). Entsprechend fällt nach einem Einkauf im Zeitpunkt der Pensionierung die Rente oder das Alterskapital höher aus.

Unmittelbar tiefere Steuern: Der Einkaufsbetrag wird im Jahr der Einzahlung deklariert (analog Einzahlungen in die Säule 3a). Die Steuerbelastung in diesem Jahr kann entsprechend tiefer ausfallen. Die Previs garantiert keine steuerliche Abzugsmöglichkeit der an sie überwiesenen Einkäufe. Es ist zu beachten, dass die Leistungen durch einen Einkauf auch höher ausfallen werden, was in der Progressionswirkung ggfs. dazu führen kann, dass bei der Auszahlung der Leistung (Rente oder Kapital) eine prozentual höhere Steuerbelastung resultiert.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit ich einen Einkauf tätigen kann?

Bevor ein Einkauf getätigt werden kann, müssen allfällige noch nicht eingebrachte Freizügigkeitsguthaben in die Previs eingebracht werden.
Wurde ein Pensionskassengeldbezug für Wohneigentum gemacht, ist vor einem Einkauf zuerst die Rückzahlung des Vorbezuges vorzunehmen.

Gemäss meinem Versicherungsausweis 2016 verfüge ich über kein Einkaufspotenzial mehr. Welche Möglichkeiten bestehen für mich, die Einbusse bei der Altersleistung zu kompensieren?

Nur eine Lohnerhöhung ermöglicht in dieser Situation ein erneutes Einkaufspotenzial.

Kann ich berechnen lassen, welche Auswirkungen ein Einkauf auf meine Altersleistung hat?

Wir bitten Sie, den Versicherungsausweis 2017 abzuwarten und sich danach an Ihre/n Kundenbetreuer/in zu wenden. Gerne nehmen wir für Sie Simulationsberechnungen vor.

Wann erhalte ich den Versicherungsausweis, auf welchem meine neu berechnete Rente (inkl. Umwandlungssatzsenkung) ersichtlich ist?

Die neu berechnete Altersrente, welche sich u.a. durch die Umwandlungssatz-Senkung ergibt, wird erstmals auf dem Versicherungsausweis 2017 ausgewiesen. Ihren persönlichen Ausweis erhalten Sie wie üblich zwischen Januar und Ende April.

Kann das Altersguthaben nach einem Einkauf in jedem Fall als Kapital bezogen werden?

Arbeitnehmer: Ein Einkauf löst eine Kapitalsperrfrist gem. Art. 79b Abs. 3 BVG aus: Wurden Einkäufe getätigt, so dürfen die daraus resultierenden Leistungen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht in Kapitalform aus der Vorsorge zurückgezogen werden.

Arbeitgeber: Ein Einkauf Besitzstand durch den Arbeitgeber, wenn dieser aus den eigenen Mitteln des Arbeitgebers finanziert wird, löst eine Kapitalsperrfrist gemäss Art. 79b Abs. 3 BVG aus: Wurden Einkäufe getätigt, so dürfen die daraus resultierenden Leistungen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht in Kapitalform aus der Vorsorge zurückgezogen werden.

Kann ich bei der Pensionierung mein Altersguthaben anstelle einer Rente beziehen?

Ja. Sie haben die Möglichkeit, das gesamte Altersguthaben als Kapital zu beziehen oder eine Aufteilung von Rente und Kapital zu wählen. Informieren Sie uns über Ihren Entscheid mit dem Formular «Meldung Pensionierung».

Verzinsung der Kapitalien der aktiven Versicherten

Verzinst die Previs den obligatorischen und den überobligatorischen Teil gleich?

Über die durch das BVG geforderten Mindestleistungen (Obligatorium) hinaus kann eine Pensionskasse zusätzliche Leistungen vorsehen – das sog. Überobligatorium. Im überobligatorischen Bereich kann die Pensionskasse die Verzinsung der Sparguthaben frei festsetzen. Das Obligatorium gilt für Löhne zwischen CHF 21‘150 und 84‘600 (Stand 2016). Die Previs als umhüllende Pensionskasse wendet für beide Bereiche eine einheitliche Verzinsung (2016: 1.25%) an. Die gesetzlichen Mindestleistungen bleiben jedoch in jedem Fall garantiert.

Technischer Zins: Verzinsung der Kapitalien der Rentner

Was bedeutet der technische Zins?

Der technische Zinssatz entspricht der in Zukunft erwarteten Anlageerträge. Die Pensionskasse muss sich die Frage stellen, wie hoch das Kapital für die lebenslangen Rentenzahlungen verzinst werden kann. Der technische Zinssatz beeinflusst den Umwandlungssatz, d.h. eine Reduktion des technischen Zinssatzes erfordert eine Senkung des UWS, damit keine Pensionierungsverluste entstehen.

Weshalb senkt die Previs den technischen Zins von heute 2.75% bis im Jahr 2020 auf das Niveau von 2.25%?

Das schwierige und instabile Anlageumfeld mit den reduzierten Ertragsaussichten – verbunden mit den tiefen bzw. negativen Zinsniveaus – zwingt die Pensionskassen, den technischen Zins zu reduzieren.

Ist der per 2020 angestrebte technische Zins von 2.25% aus heutiger Sicht realistisch oder immer noch zu hoch?

Finanzmarktspezialisten wie Ökonomen ist es im heutigen Anlageumfeld nicht möglich, eine langfristige, verlässliche Prognose hinsichtlich der Entwicklung der Anlagemärkte vorzunehmen. Einig ist man sich, dass stabile Zinsen um 3 – 4 Prozent vorderhand nicht mehr zu erwarten sind. Der angestrebte technische Zins von 2.25% im Jahr 2020 orientiert sich am langfristigen Ertragspotenzial der Anlagestrategie, welche die Previs einsetzt. Die tiefen Erträge auf dem Vermögen beschäftigen die Stiftungsräte aller Pensionskassen. Entsprechend haben verschiedene Pensionskassen den technischen Zins gesenkt oder werden dies in nächster Zeit tun.

Entspricht der angestrebte technische Zins von 2.25% dem angestrebten Umwandlungs-satz von 5.5%?

Die beiden Grössen sind versicherungsmathematisch korrekt aufeinander abgestimmt.

Wie beeinflusst die Absenkung des technischen Zinses den Deckungsgrad?

Die Finanzierung dieser Senkung erfolgt über eine kontinuierlich zu bildende Rückstellung. Zum Zeitpunkt der Auflösung dieser Rückstellung im Jahr 2020 sollte der Deckungsgrad stabil bleiben, sofern die Rückstellung ausreichend dotiert ist. Grundsätzlich wirkt sich aber diese Rückstellung zum Zeitpunkt ihrer Auflösung jeweils negativ auf den Deckungsgrad aus.

Sparen ab Alter 20

Als Versicherter möchte ich bereits ab Alter 20 sparen, um meine Altersguthaben resp. die Altersrente zu erhöhen. Was muss ich tun?

Die Option Sparen ab Alter 20 kann nur im Rahmen des Vorsorgeplans und durch den Arbeitgeber festgelegt werden. Der Versicherte kann diese Option nicht individuell wählen.

Fusion Previs mit der Comunitas

Steht die Senkung des Umwandlungssatzes in Zusammenhang mit der Fusion von Previs und Comunitas?

Nein, die Entscheidungen zur Strategie sind vom Stiftungsrat unabhängig von der Fusion beschlossen worden. Die Massnahmen auf der Leistungsseite sind auf die Previs und ihre heutigen Strukturen ausgelegt.