Rückblick Anlagen 4. Quartal 2022

Entwicklung Vermögensanlagen

Nachdem Ende September 2022 der Tiefpunkt der negativen Performance-Entwicklung erreicht worden war, drehte die Stimmung ins Positive. Die Anlagemärkte kamen im Oktober und November in eine Phase der Erholung. Ein Auslöser für den Stimmungsumschwung war die Hoffnung der Marktteilnehmer auf eine Verlangsamung der Gangart in Bezug auf die weltweite Straffung der Geldpolitik. Dies dank nachlassender Inflationsraten und Energiepreise. Aus Daten zur konjunkturellen Entwicklung wurden in der Folge sofort Rückschlüsse auf die Frage zu künftigen Zinserhöhungsschritten der Notenbanken gezogen und entsprechend «eingepreist». Im Dezember drehte die Stimmung wieder ins Negative. Paradoxerweise führten gute Daten über die Konjunktur und die damit verbundene Befürchtung weiterer grosser Zinsschritte zum Stimmungsumschwung. Weiter steigende Zinsen bedeuten wenig erbauliche Perspektiven für Risikoanlagen, was zu Verkaufswellen an den Aktienmärkten führte. Zudem verloren vermeintlich sichere Anleihen teils genauso oder sogar mehr als Aktien. 

Die hartnäckig hohe Inflation im europäischen und im amerikanischen Wirtschaftsraum und die teilweise robusten Wirtschaftsdaten haben die Notenbanken dazu veranlasst, weitere Zinserhöhungen zu vollziehen. Nebst der US-Notenbank hoben auch die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England sowie die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Zinsen im Dezember um 50 Basispunkte an und signalisierten weitere Zinserhöhungen. Die von den Notenbanken initiierten Straffungsrunden der Geldpolitik haben bisher noch keine signifikante Abschwächung der globalen Wirtschaft herbeigeführt. Das Konsumentenvertrauen ist immer noch robust, aber auf der Seite der Einkaufsmanagerumfragen zeigt sich ein wenig erbauliches Bild für die kommenden Monate. Weiter gilt es zu bedenken, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis sich die vollzogenen Massnahmen im Rahmen der Geldpolitik der Notenbanken in der realen Wirtschaft manifestieren. Es ist eher selten, dass Notenbanken offen über eine kommende Wirtschaftsabschwächung sprechen, doch mittlerweile hält auch die US-Notenbank wegen ihrer anhaltenden Inflationsbekämpfung eine US-Rezession für möglich.
 

Aktienmärkte

An den Aktienmärkten war im Oktober und November eine Berg- mit einer nachfolgenden Talfahrt im Dezember zu beobachten. Der US-Aktienmarkt (S&P500) stieg anfänglich um fast 14% an und verlor im Dezember wieder etwas mehr als 6% (in USD). In Europa (MSCI Europa exkl. CH) war der Anstieg noch deutlicher (+16%, in EUR) und die Korrektur fiel mit –4.6% weniger stark aus. Die Bewegung an unserem Heimmarkt verhielt sich gleich. Auf eine Erholung des SPI um 9% folgte ein Rückfall um 4.6%. Damit schlossen die wichtigsten Aktienmärkte das Quartal insgesamt deutlich positiv ab. Das positive vierte Quartal vermag aber die Verluste der Vorquartale nicht annähernd aufzufangen. Über das Jahr gesehen sind die Verluste enorm und liegen in den für uns relevanten Märkten zwischen 9% und 18.5%. 

Zinsen

Die Zinsen sind im Quartalsvergleich angestiegen. Die Renditen der 10-jährigen US-Treasuries stiegen zuerst von 3.6% zum Quartalsstart auf 4.2% an, bildeten sich bis auf 3.4% zurück und schlossen per Ende Quartal bei 3.9%. In der Schweiz war der Verlauf ähnlich wellenförmig. Die Renditen der 10-jährigen Eidgenossen stiegen zu Beginn des Quartals von knapp 1% auf ca. 1.45%, bildeten sich auf ca. 0.9% zurück, stiegen wiederum an und schlossen per Ende Quartal bei 1.55%. 

Währungen

Die Entwicklung des Schweizer Frankens gegenüber den Hauptwährungen war uneinheitlich. Gegenüber dem Euro wurde er im vierten Quartal etwas schwächer. Der EUR/CHF-Wechselkurs stieg von 0.9752 auf 0.9857. Gegenüber dem US-Dollar war die Entwicklung gegenteilig, weil dieser im Berichtsquartal zur Schwäche neigte. Die Notierung USD/CHF ging von 0.9923 auf 0.9245 zurück.

Die enormen Verluste an den Aktienmärkten und die durch die markant höheren Zinsen verursachten Buchverluste bei den Obligationen führen zu einer negativen Performance für das Jahr 2022. Die Performance des Gesamtvermögens beträgt –7.03% (Benchmark –8.09%). Detaillierte Informationen zur Performance der einzelnen Anlagestrategien finden Sie unter www.previs.ch/kennzahlen-va

 

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