Das zweite Quartal 2026 war geprägt von anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie einer hohen Volatilität an den Finanzmärkten. Die Entwicklungen rund um den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran sowie die zeitweise Schliessung der Strasse von Hormus beeinflussten insbesondere die Energie- und Rohstoffmärkte. Wiederholte Hoffnungen auf Waffenruhen wechselten sich mit neuen militärischen Eskalationen ab und führten zu deutlichen Schwankungen an den Finanzmärkten. Die Ölpreise stiegen zeitweise auf über USD 100 je Fass und verstärkten die Inflationssorgen. Erst mit der Einigung auf einen Waffenstillstand und der Wiedereröffnung der Strasse von Hormus gegen Ende Juni entspannte sich die Lage. Der Ölpreis gab in der Folge deutlich nach, wodurch sich auch die Inflationserwartungen abschwächten. Die US-Notenbank beliess die Leitzinsen unverändert und bekräftigten ihre restriktive geldpolitische Ausrichtung. Die EZB hingegen hob die Leitzinsen im Juni um 0.25% an.
Aktienmärkte
Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich trotz der geopolitischen Unsicherheiten insgesamt erfreulich. Unterstützt wurden sie von robusten Unternehmensgewinnen und dem anhaltenden Investitionsboom im Bereich der KI. Nach einer kräftigen Erholung im April und einer Fortsetzung der positiven Entwicklung im Mai gerieten die Aktienmärkte Mitte Juni infolge der erneuten Eskalation im Nahen Osten kurzfristig unter Druck. Mit der Bekanntgabe des Waffenstillstands setzte jedoch rasch eine Erholung ein. Der US-Aktienmarkt (MSCI USA) gewann im 2. Quartal 15.2%. Der europäische Aktienmarkt (MSCI Europa) legte 11.6% zu und der Schweizer Aktienmarkt (SPI) schloss das Quartal mit einem Plus von 12.2%.
Zinsen
Die Kapitalmärkte standen zunächst im Zeichen steigender Inflationserwartungen und höherer Renditen. Die Kombination aus gestiegenen Energiepreisen, geopolitischen Risiken und anhaltend hohen Staatsdefiziten führte insbesondere im April und Mai zu einem Anstieg der langfristigen Renditen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries stieg zunächst von 4.32% auf 4.67%, ging mit der Entspannung am Ölmarkt gegen Quartalsende jedoch wieder zurück und schloss das Quartal bei 4.47%. Ein ähnliches Bild zeigte sich in der Schweiz: Die Rendite der 10-jährigen Eidgenossenschaftsanleihe erhöhte sich zwischenzeitlich von 0.31% auf 0.55% und fiel bis Ende Juni auf 0.25% zurück. Der Rückgang der Renditen im Juni führte bei Obligationen zu entsprechenden Kursgewinnen.
Währungen
Die geopolitischen Ereignisse führten auch an den Devisenmärkten zu erhöhten Schwankungen. Der US-Dollar profitierte zeitweise von seiner Funktion als sicherer Hafen, gab einen Teil dieser Gewinne nach der Entspannung im Nahen Osten jedoch wieder ab. Gegenüber dem Schweizer Franken schwankte der USD zwischen 0.7766 und 0.8140 und schloss bei CHF 0.8084. Der Euro zeigte gegenüber dem Schweizer Franken trotz zwischenzeitlich deutlicher Ausschläge per Saldo nur geringe Veränderungen und schloss bei 0.9232.